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Psychopharmaka sind Substanzen, die:
Allgemeine Merkmale von Psychopharmaka:
Epidemiologie psychischer Erkrankungen:
Antipsychotische Wirkung:
Indikation: Behandlung von Wahnvorstellungen und Halluzinationen bei Schizophrenie oder Manie.
Einsatz: bei schizophrenen Psychosen
Wirkungen:
Bewusstsein und intellektuelle Funktionen bleiben erhalten
Mechanismus: Antipsychotika sind D₂-Rezeptor-Antagonisten. Sie blockieren postsynaptische Dopaminrezeptoren und gleichen das Dopaminüberangebot bei akuter Psychose aus.
Dopaminhypothese: Überaktivität dopaminerger Systeme führt zu:
D₂-Blockade erklärt die antipsychotische Wirkung.
Drei große dopaminerge Systeme im ZNS:
Präfrontalcortex: Exekutivfunktionen, Kurzzeitgedächtnis, Entscheidungen
Angriffspunkte und klinische Korrelate:
Typika vs. Atypika:
Typika (1. Gen.):
Atypika (2. Gen.):
Potenz und Nebenwirkungen konventioneller Neuroleptika:
Hochpotente (z. B. Benperidol):
Niedrigpotente (z. B. Thioridazin):
Chlorpromazin-Äquivalente veranschaulichen relative Wirksamkeit
Atypika hinsichtlich Rezeptoraffinitäten:
Unterschiedliche Profile an D-, 5-HT-, H₁-, α- und M-Rezeptoren → diverse therapeutische Effekte und Nebenwirkungen je nach Substanz
Angriffspunkte und UAW von Neuroleptika:
D₂-Blockade →:
Blockade von H₁, M, α₁ etc. →:
UAW-Spektren von Antipsychotika:
Tranquillantien (Anxiolytika/Ataraktika):
Wirkungen von Tranquillantien:
1) Benzodiazepine, 2) „Benzodiazepin-Analoga“ (Z-Substanzen).
Mechanismus: Positive allosterische Modulatoren des GABA-A-Rezeptors
Wirkungskette:
Wirkungen:
Psychiatrische Indikationen:
Nicht-psychiatrische Indikationen:
Pharmakokinetik und Dosierung bei Benzodiazepinen:
Gleiche Pharmakodynamik, aber unterschiedliche Halbwertszeiten/Metabolisierung bestimmen die Indikation:
Kurz wirksame Benzodiazepine (t½ 2–5 h):
Indikationen:
Mittellang wirksame Benzodiazepine (t½ 6–24 h):
Indikationen:
Lang wirksame Benzodiazepine (t½ > 24 h):
Indikationen:
Flumazenil: Reversibler, kompetitiver Antagonist am GABA-A-Rezeptor
Wirkung: hebt Benzodiazepin-Wirkung auf
t½: ≈ 1 h
Indikationen:
Müdigkeit/Schläfrigkeit, Konzentrationsschwäche, verminderte Aufmerksamkeit/Reaktionsvermögen, Gangunsicherheit, paradoxe Reaktionen (Ältere), anterograde Amnesie, Libido ↓, Gewicht ↑, Menstruationsstörungen, „Floppy-infant-Syndrom“ (Hypothermie, Muskeltonus ↓, Atem-/Saugstörungen).
Chronische unerwünschte Wirkungen von Benzodiazepinen:
Hohes Abhängigkeitsrisiko!
Kontraindikationen für Benzodiazepine:
Z-Substanzen („BZ-Analoga"):
Indikation: Kurzzeitbehandlung von Schlafstörungen bei Erwachsenen
Besonderheiten:
Wirkung von Antidepressiva:
Akut:
Chronisch:
Mechanismus:
Unerwünschte Wirkungen:
SSRI-Substanzen: Fluoxetin, Paroxetin, Fluvoxamin, Sertralin, Citalopram
Wirkung: Hemmen selektiv 5-HT-Wiederaufnahme → mehr 5-HT im synaptischen Spalt → Stimmungsaufhellung, Antrieb ↑
Nebenwirkungen von SSRI:
Reboxetin: Selektiver Noradrenalin-Rückaufnahme-Inhibitor (SNRI)
Indikation: Depression mit Antriebsmangel, Konzentrationsschwäche
UAW:
SSNRI-Substanzen: Venlafaxin (Trevilor®), Duloxetin (Cymbalta®)
Wirkung: Hemmen Wiederaufnahme von 5-HT und NA → Antidepressiva mit anxiolytischer Wirkung
Indikationen:
Nebenwirkungen von SSRI/SNRI:
Mechanismus:
α₂-Antagonisten: Mirtazapin (Remeron®), Mianserin (Tolvin®)
Indikationen:
Nebenwirkungen von Mirtazapin und Mianserin:
Mechanismus: Hemmen MAO-Enzyme im Mitochondrium → weniger Abbau von Monoaminen (NA, DA, 5-HT) → Verstärkung ihrer Wirkung
Indikation: Depression, soziale Phobie, therapieresistente Fälle
Unerwünschte Wirkungen:
Kontraindikation: Kombination mit anderen AD oder Sympathomimetika → lebensgefährliche Krisen!
Phasenprophylaktika (Mood Stabilizer): Medikamente zur Rückfallprophylaxe bei bipolaren Störungen.
Klassiker:
Auch Antipsychotika/AD adjuvant einsetzbar.
Mechanismus: Hemmung neuronaler Erregbarkeit durch:
→ Dämpfung der neuronalen Hyperexzitabilität
Antikonvulsiva als Phasenprophylaktika:
Mechanismen variieren: Na⁺-, Ca²⁺-, GABA-Wirkung
Unerwünschte Wirkungen von Antikonvulsiva:
Halluzinogene: LSD, Mescalin, Psilocybin
Mechanismus: 5-HT₂A-Agonisten → erzeugen psychoseähnliche Zustände:
UAW: Kreislauf-, Temperatur-, Reflexstörungen, Panik
Erforschung zur Therapie: Depression, Angst, PTBS
Psychostimulanzien: Aktivieren ZNS, steigern Wachheit, Aufmerksamkeit
Mechanismus: Hemmung Wiederaufnahme von Dopamin und Noradrenalin → erhöhte dopaminerge + noradrenerge Transmission
Beispiele: Amphetamine, Ephedrin, MDMA, Koffein, Kokain, Nikotin, Methylphenidat (Ritalin®)
Unerwünschte Wirkungen von Psychostimulanzien:
Cannabinoide (THC und CBD):
Mechanismus: Aktivieren CB₁/CB₂-Rezeptoren (Gi-gekoppelt) → AC↓, cAMP↓, PKA↓
CB₁ im ZNS: Motorik, Schmerzempfinden, Lernen
THC Wirkungen:
CBD Wirkungen:
Klinische Evidenz zu Cannabinoiden:
Moderate Evidenz für Wirksamkeit bei:
Weitere Anwendungen: experimentell
Unerwünschte Wirkungen von Cannabinoiden:
Zahnmedizinisch relevante Nebenwirkungen von Psychopharmaka:
Psychopharmaka, die zu Mundtrockenheit führen:
Folge: veränderte Speichelsekretion → Karies- und Parodontitisrisiko ↑
Beeinflussung der Speichelsekretion durch Psychopharmaka:
Folgen: Schleimhautreizungen, Infektionen, Geschmacksstörungen
ZNS-bezogene Nebenwirkungen:
Besonders relevant bei: Autofahrten oder Behandlungssituationen
Bedeutung des dopaminergen Systems für Psychosen:
Ziel: selektive Modulation durch D₂-Blockade ohne EPS
Hauptunterschiede zwischen SSRI und TZA:
SSRI:
TZA:
Warum tritt die Wirkung von Antidepressiva verzögert ein?
Adaptationsmechanismen:
„Cheese-Effect"-Phänomen:
Mechanismus:
Phasenprophylaktika der ersten Wahl:
Alternativ: Lamotrigin bei depressiv-dominanten Phasen
Wirkungen von Lithium:
Nebenwirkungen von Lithium:
Medikamente, die das Lithiumintoxikationsrisiko erhöhen:
Wirkung von Antikonvulsiva in der Manieprophylaxe:
Mechanismus: Dämpfen neuronale Hyperexzitabilität über:
→ Stimmung stabilisiert
Bedeutung von Psychopharmaka in der Zahnmedizin:
Relevante Nebenwirkungen:
Zahnärztlich zu berücksichtigen: