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Übungsfragen: Psychopharmaka (ZNS)

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1) Was sind Psychopharmaka?

Psychopharmaka sind Substanzen, die:

  • Die psychische Verfassung verändern können
  • Psychopathologische Syndrome und psychische Störungen beseitigen oder mildern
  • Psychische Funktionen verändern (Erlebnisfähigkeit, Emotionalität, Verhalten) auch beim Gesunden
  • Hohes Abhängigkeitspotential bei vielen Substanzen
2) Welche allgemeinen Merkmale gelten für Psychopharmaka?

Allgemeine Merkmale von Psychopharmaka:

  • Therapie: meist symptomatisch
  • Wirkmechanismen: nur teilweise geklärt
  • Interferenz mit synaptischer Übertragung, Synthese oder Metabolisierung von Neurotransmittern
  • Meist mehrere Systeme betroffen, ZNS-Prozesse beeinflusst
  • Neuronale Plastizität beteiligt
  • Häufig unerwünschte Wirkungen
3) Wie ist die Epidemiologie psychischer Erkrankungen?

Epidemiologie psychischer Erkrankungen:

  • Jährliche Prävalenz: 27,8% der Erwachsenen betroffen, aber nur 18,9% suchen Hilfe
  • Lebenszeitprävalenz: > 50%
  • AU-Tage: 16% psychisch bedingt
  • Frühverrentungen: 42% psychisch bedingt
  • Direkte Kosten: > 56,4 Mrd. €/Jahr (2020)
  • Therapie: Nur 26% schwer Depressive erhalten leitliniengerechte Therapie
4) Wie werden Psychopharmaka klassifiziert?
  • 1. Dämpfende Wirkung auf Psyche
  • 2. Anregende Wirkung auf Psyche
  • 3. Phasenprophylaktika / Antikonvulsiva
  • 4. Psychotomimetika und Psychostimulanzien
5) Welche Wirkung haben dämpfende Psychopharmaka (Neuroleptika)?

Antipsychotische Wirkung:

  • Halluzinationen
  • Wahn
  • Psychomotorische Erregung

Indikation: Behandlung von Wahnvorstellungen und Halluzinationen bei Schizophrenie oder Manie.

6) Was sind Neuroleptika/Antipsychotika und welche Effekte zeigen sie?

Einsatz: bei schizophrenen Psychosen

Wirkungen:

  • Indifferenz gegenüber äußeren Reizen
  • Beruhigung
  • Verringerung psychotischer Angst
  • Minderung von Wahrnehmungs- und Denkstörungen
  • Antriebsminderung

Bewusstsein und intellektuelle Funktionen bleiben erhalten

7) Welcher Wirkmechanismus liegt Neuroleptika zugrunde?

Mechanismus: Antipsychotika sind D₂-Rezeptor-Antagonisten. Sie blockieren postsynaptische Dopaminrezeptoren und gleichen das Dopaminüberangebot bei akuter Psychose aus.

8) Was besagt die Dopaminhypothese bei Schizophrenie?

Dopaminhypothese: Überaktivität dopaminerger Systeme führt zu:

  • Positivsymptomatik: Wahn, Halluzinationen, Denkstörungen
  • Negativsymptomatik: Affektabflachung, Antriebslosigkeit, sozialer Rückzug

D₂-Blockade erklärt die antipsychotische Wirkung.

9) Welche drei großen dopaminergen Systeme gibt es im ZNS?

Drei große dopaminerge Systeme im ZNS:

  • Mesolimbisch-mesokortikal: Belohnung/Motivation
  • Nigrostriatal: Bewegungssteuerung
  • Tuberoinfundibulär: Hormonregulation/Prolaktin

Präfrontalcortex: Exekutivfunktionen, Kurzzeitgedächtnis, Entscheidungen

10) Welche Angriffspunkte und klinischen Korrelate haben Neuroleptika?

Angriffspunkte und klinische Korrelate:

  • D₂-Blockade mesolimbisch/mesokortikal antipsychotisch
  • nigrostriatal EPS
  • tuberoinfundibulär Galaktorrhö/Gynäkomastie
  • Hypothalamus Hypothermie
  • Area postrema antiemetisch
11) Wie unterscheiden sich Typika und Atypika?

Typika vs. Atypika:

Typika (1. Gen.):

  • Überwiegend D₂-Antagonismus
  • V. a. gegen Positivsymptomatik

Atypika (2. Gen.):

  • Breitere Rezeptorprofile (D, 5-HT, H₁, α)
  • Wirken auch gegen Negativsymptomatik
12) Wie variieren Potenz und Nebenwirkungen konventioneller Neuroleptika?

Potenz und Nebenwirkungen konventioneller Neuroleptika:

Hochpotente (z. B. Benperidol):

  • mehr EPS
  • weniger Sedierung

Niedrigpotente (z. B. Thioridazin):

  • mehr Sedierung
  • weniger EPS

Chlorpromazin-Äquivalente veranschaulichen relative Wirksamkeit

13) Was kennzeichnet Atypika hinsichtlich Rezeptoraffinitäten?

Atypika hinsichtlich Rezeptoraffinitäten:

Unterschiedliche Profile an D-, 5-HT-, H₁-, α- und M-Rezeptoren diverse therapeutische Effekte und Nebenwirkungen je nach Substanz

14) Welche weiteren Angriffspunkte erklären UAW von Neuroleptika?

Angriffspunkte und UAW von Neuroleptika:

D₂-Blockade :

  • Bewegungsstörungen
  • Sexualstörungen
  • Thermoregulationsstörungen

Blockade von H₁, M, α₁ etc. :

  • Sedierung
  • Gewichtszunahme
  • Vegetative Effekte
15) Welche UAW-Spektren zeigen Antipsychotika?

UAW-Spektren von Antipsychotika:

  • EPS (Mundmotorik)
  • Metabolische Effekte/Gewicht
  • Sexuelle Dysfunktion
  • Herz-/Leitungsstörungen
  • Sedierung/vegetative Effekte
  • Mundtrockenheit oder Hypersalivation
16) Welche Untergruppe gehört ebenfalls zu dämpfenden Psychopharmaka?

Tranquillantien (Anxiolytika/Ataraktika):

  • Affektive Entspannung
  • Angst- und Erregungsreduktion
  • Therapie von Angst- und Schlafstörungen
17) Welche Wirkungen haben Tranquillantien?

Wirkungen von Tranquillantien:

  • Sedierend
  • Hypnotisch
  • Anxiolytisch
  • Muskelrelaxierend
  • Antikonvulsiv
18) Welche Hauptgruppen der Tranquillantien gibt es?

1) Benzodiazepine, 2) „Benzodiazepin-Analoga“ (Z-Substanzen).

19) Wie wirken Benzodiazepine (Mechanismus)?

Mechanismus: Positive allosterische Modulatoren des GABA-A-Rezeptors

Wirkungskette:

  • Verstärken GABA-Wirkung
  • Cl⁻-Einstrom
  • Hyperpolarisation
  • neuronale Hemmung

Wirkungen:

  • sedierend, anxiolytisch, muskelrelaxierend, antikonvulsiv
20) Welche psychiatrischen und nicht-psychiatrischen Indikationen haben Benzodiazepine?

Psychiatrische Indikationen:

  • Phobien, Panikattacken, GAS
  • Schlafstörungen
  • Angst bei Schizophrenie/Depression
  • Akute Entzugssyndrome

Nicht-psychiatrische Indikationen:

  • Anästhesie/Prämedikation/Narkoseeinleitung
  • Status epilepticus
  • Motorische Erregungszustände
  • Sedierung bei Eingriffen
21) Welche Rolle spielen Pharmakokinetik und Dosierung bei Benzodiazepinen?

Pharmakokinetik und Dosierung bei Benzodiazepinen:

Gleiche Pharmakodynamik, aber unterschiedliche Halbwertszeiten/Metabolisierung bestimmen die Indikation:

  • Kurz wirksam
  • Mittel wirksam
  • Lang wirksam
22) Welche Benzodiazepine sind kurz wirksam (t½ 2–5 h) und wofür?

Kurz wirksame Benzodiazepine (t½ 2–5 h):

  • Midazolam, Triazolam, Brotizolam, Flunitrazepam

Indikationen:

  • Akute Angstattacken
  • (Ein-)Schlafstörungen
  • Prämedikation/Sedierung bei Eingriffen
  • Narkoseeinleitung
  • Status epilepticus
23) Welche sind mittellang wirksame Benzodiazepine (t½ 6–24 h) und Indikationen?

Mittellang wirksame Benzodiazepine (t½ 6–24 h):

  • Oxazepam, Temazepam

Indikationen:

  • Akute und chronische Angst-, Spannungs- und Erregungszustände
  • (Durch-)Schlafstörungen
24) Welche sind lang wirksame Benzodiazepine (t½ > 24 h) und Indikationen?

Lang wirksame Benzodiazepine (t½ > 24 h):

  • Diazepam, Chlordiazepoxid, Clobazam, Flurazepam

Indikationen:

  • Angst-/Spannungs-/Panikzustände
  • Schlafstörungen
  • Spastiken
  • Epilepsie/Konvulsionen
  • Alkoholentzug
  • Prämedikation/Sedierung bei Eingriffen
25) Was ist Flumazenil und wofür wird es eingesetzt?

Flumazenil: Reversibler, kompetitiver Antagonist am GABA-A-Rezeptor

Wirkung: hebt Benzodiazepin-Wirkung auf

t½: ≈ 1 h

Indikationen:

  • Benzodiazepin-Überdosierung
  • Beendigung einer Benzodiazepin-Narkose
26) Welche akuten UAW haben Benzodiazepine?

Müdigkeit/Schläfrigkeit, Konzentrationsschwäche, verminderte Aufmerksamkeit/Reaktionsvermögen, Gangunsicherheit, paradoxe Reaktionen (Ältere), anterograde Amnesie, Libido ↓, Gewicht ↑, Menstruationsstörungen, „Floppy-infant-Syndrom“ (Hypothermie, Muskeltonus ↓, Atem-/Saugstörungen).

27) Welche chronischen UAW und Risiken haben Benzodiazepine?

Chronische unerwünschte Wirkungen von Benzodiazepinen:

  • Affektverflachung
  • Kognitive Einbußen, Initiativminderung
  • Neurologische Störungen: verwaschene Sprache, Schwindel, Muskelschwäche, Reflexverlust

Hohes Abhängigkeitsrisiko!

28) Welche Kontraindikationen gelten für Benzodiazepine?

Kontraindikationen für Benzodiazepine:

  • Myasthenia gravis
  • Vergiftungen mit Alkohol/Psychopharmaka
  • Schwere Leber-/Nierenfunktionsstörungen
  • Schwangerschaft: strenge Indikationsstellung
29) Was sind Z-Substanzen („BZ-Analoga“) und wofür werden sie eingesetzt?

Z-Substanzen („BZ-Analoga"):

  • Zolpidem, Zopiclon

Indikation: Kurzzeitbehandlung von Schlafstörungen bei Erwachsenen

Besonderheiten:

  • REM-Schlaf weniger beeinträchtigt
  • Ansonsten ähnliches Wirkspektrum wie Benzodiazepine
30) Wie wirken Antidepressiva (akut vs. chronisch)?

Wirkung von Antidepressiva:

Akut:

  • Beruhigung/Sedierung
  • Verminderte geistige/körperliche Aktivität
  • Anticholinerge Effekte möglich

Chronisch:

  • Stimmungsaufhellend
  • Antriebssteigernd/neutral/dämpfend
  • Antidepressive Wirkung nur bei pathologisch gesenkter Stimmung
  • Schwere/Dauer depressiver Phasen günstig beeinflusst
31) Welche Klassen von Antidepressiva gibt es?
  • 1. Monoamin-Rückaufnahme-Inhibitoren (MRI)
  • 2. α₂-Adrenozeptor-Antagonisten
  • 3. Monoaminoxidase-Inhibitoren (MAOI)
32) Wie wirken Monoamin-Rückaufnahme-Inhibitoren?

Mechanismus:

  • Hemmen Wiederaufnahme von Noradrenalin (NA) und Serotonin (5-HT)
  • Konzentration
  • Rezeptordesensibilisierung
  • Normalisierung der noradrenergen und serotonergen Neurotransmission
  • Synapsendichte
33) Welche Untergruppen der MRI gibt es?
  • a) Nicht-selektive MRI (Trizyklische Antidepressiva)
  • b) Selektive Serotonin-RI (SSRI)
  • c) Selektive Noradrenalin-RI (SNRI)
  • d) Selektive Serotonin- und Noradrenalin-RI (SSNRI)
34) Welche Wirkungen haben trizyklische Antidepressiva (NSMRI)?
  • Desipramin, Nortriptylin antriebssteigernd (thymeretisch)
  • Imipramin, Clomipramin stimmungsaufhellend (thymoleptisch)
  • Amitriptylin, Doxepin angstlösend (anxiolytisch) + sedativ
35) Welche unerwünschten Wirkungen haben trizyklische Antidepressiva?

Unerwünschte Wirkungen:

  • Peripher vegetativ: Mundtrockenheit, Obstipation, Tachykardie, Harnverhalt
  • α₁-Blockade: Hypotonie, Schwindel
  • Kardial: Arrhythmien, QT-Verlängerung
  • ZNS: Sedierung, Delir, Krampfschwelle ↓, Gewicht ↑
36) Welche SSRI werden eingesetzt?

SSRI-Substanzen: Fluoxetin, Paroxetin, Fluvoxamin, Sertralin, Citalopram

Wirkung: Hemmen selektiv 5-HT-Wiederaufnahme mehr 5-HT im synaptischen Spalt Stimmungsaufhellung, Antrieb ↑

37) Welche Nebenwirkungen haben SSRI?

Nebenwirkungen von SSRI:

  • GIT-Störungen, Kopfschmerzen, Schlafstörungen
  • Libido ↓, sexuelle Dysfunktion
  • Blutungsneigung, Aggressivität
  • Suizidgefahr (v. a. zu Beginn)
  • QT-Verlängerung (Citalopram)
38) Was ist Reboxetin und wie wirkt es?

Reboxetin: Selektiver Noradrenalin-Rückaufnahme-Inhibitor (SNRI)

Indikation: Depression mit Antriebsmangel, Konzentrationsschwäche

UAW:

  • Mundtrockenheit, Tachykardie
  • Schlafstörungen, Unruhe, Schwitzen
39) Welche SSNRI sind klinisch bedeutsam?

SSNRI-Substanzen: Venlafaxin (Trevilor®), Duloxetin (Cymbalta®)

Wirkung: Hemmen Wiederaufnahme von 5-HT und NA Antidepressiva mit anxiolytischer Wirkung

Indikationen:

  • Depression
  • Angststörungen
  • Schmerzen bei diabetischer Polyneuropathie
40) Welche Nebenwirkungen haben SSRI/SNRI?

Nebenwirkungen von SSRI/SNRI:

  • Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Schwindel
  • Mundtrockenheit, Übelkeit, Diarrhoe
  • Nervosität, Zittern
  • Libido ↓, Blutdruckanstieg, Gewichtsänderungen
41) Wie wirken α₂-Adrenozeptor-Antagonisten?

Mechanismus:

  • Blockieren präsynaptische α₂-Rezeptoren verstärkte NA- und 5-HT-Freisetzung
  • Blockieren 5-HT₂/5-HT₃ mehr 5-HT an 5-HT₁ antidepressiv, anxiolytisch, sedierend
42) Welche α₂-Antagonisten werden verwendet?

α₂-Antagonisten: Mirtazapin (Remeron®), Mianserin (Tolvin®)

Indikationen:

  • Depression
  • Angst- und Schlafstörungen
  • PTBS
  • Schmerztherapie
43) Welche Nebenwirkungen haben Mirtazapin und Mianserin?

Nebenwirkungen von Mirtazapin und Mianserin:

  • Sedierung, Müdigkeit
  • Appetit ↑, Gewicht ↑
  • Schwindel, Krampfanfälle, EPS
  • Allergische Reaktionen
  • Blutbildveränderungen (Agranulozytose, Leukopenie)
44) Wie wirken Monoaminoxidase-Hemmer (MAOI)?

Mechanismus: Hemmen MAO-Enzyme im Mitochondrium weniger Abbau von Monoaminen (NA, DA, 5-HT) Verstärkung ihrer Wirkung

45) Welche MAO-Hemmer gibt es?
  • Tranylcypromin (irreversibel, unselektiv: MAO-A/B)
  • Moclobemid (reversibel, selektiv: MAO-A)

Indikation: Depression, soziale Phobie, therapieresistente Fälle

46) Welche UAW und Wechselwirkungen haben MAO-Hemmer?

Unerwünschte Wirkungen:

  • Angst, Unruhe, Schlafstörung
  • Mundtrockenheit, Palpitationen
  • Hypertensive Krise („Cheese-Effect" durch Tyramin)

Kontraindikation: Kombination mit anderen AD oder Sympathomimetika lebensgefährliche Krisen!

47) Was sind Phasenprophylaktika (Mood Stabilizer)?

Phasenprophylaktika (Mood Stabilizer): Medikamente zur Rückfallprophylaxe bei bipolaren Störungen.

Klassiker:

  • Lithium
  • Antikonvulsiva: Valproat, Carbamazepin, Lamotrigin

Auch Antipsychotika/AD adjuvant einsetzbar.

48) Wie wirken Antikonvulsiva als Phasenprophylaktika?

Mechanismus: Hemmung neuronaler Erregbarkeit durch:

  • Na⁺- und Ca²⁺-Kanäle
  • GABA
  • Glutamatfreisetzung

Dämpfung der neuronalen Hyperexzitabilität

49) Welche Antikonvulsiva dienen als Phasenprophylaktika?

Antikonvulsiva als Phasenprophylaktika:

  • Carbamazepin, Valproat, Gabapentin, Lamotrigin
  • Oxcarbazepin, Pregabalin, Topiramat, Phenytoin

Mechanismen variieren: Na⁺-, Ca²⁺-, GABA-Wirkung

50) Welche UAW haben Antikonvulsiva?

Unerwünschte Wirkungen von Antikonvulsiva:

  • Neurotoxizität: Müdigkeit, Ataxie, Sehstörung
  • Psychotrope Effekte: Gedächtnisstörung, Apathie
  • Hepatotoxizität (Valproat)
  • Blutbildveränderung (Carbamazepin)
  • Herzrhythmusstörungen, Teratogenität
  • CYP-Interaktionen
51) Was sind Halluzinogene und wie wirken sie?

Halluzinogene: LSD, Mescalin, Psilocybin

Mechanismus: 5-HT₂A-Agonisten erzeugen psychoseähnliche Zustände:

  • Halluzinationen, Euphorie, Synästhesien, Entfremdung

UAW: Kreislauf-, Temperatur-, Reflexstörungen, Panik

Erforschung zur Therapie: Depression, Angst, PTBS

52) Was sind Psychostimulanzien und wie wirken sie?

Psychostimulanzien: Aktivieren ZNS, steigern Wachheit, Aufmerksamkeit

Mechanismus: Hemmung Wiederaufnahme von Dopamin und Noradrenalin erhöhte dopaminerge + noradrenerge Transmission

Beispiele: Amphetamine, Ephedrin, MDMA, Koffein, Kokain, Nikotin, Methylphenidat (Ritalin®)

53) Welche UAW zeigen Psychostimulanzien?

Unerwünschte Wirkungen von Psychostimulanzien:

  • Appetitverlust, Schlaflosigkeit
  • Nervosität, Kopfschmerz, Übelkeit, Schwitzen
  • Aggression, Reizbarkeit
  • Depression, Ängstlichkeit
54) Welche Hauptwirkungen haben Cannabinoide (THC und CBD)?

Cannabinoide (THC und CBD):

Mechanismus: Aktivieren CB₁/CB₂-Rezeptoren (Gi-gekoppelt) AC↓, cAMP↓, PKA↓

CB₁ im ZNS: Motorik, Schmerzempfinden, Lernen

THC Wirkungen:

  • psychoaktiv, analgetisch, antiemetisch, appetitanregend, muskelrelaxierend

CBD Wirkungen:

  • kaum psychoaktiv, antikonvulsiv, anxiolytisch, antipsychotisch, neuroprotektiv
55) Welche klinische Evidenz gibt es zu Cannabinoiden?

Klinische Evidenz zu Cannabinoiden:

Moderate Evidenz für Wirksamkeit bei:

  • Neuropathischen Schmerzen
  • Spastiken
  • Chemotherapie-induzierter Übelkeit

Weitere Anwendungen: experimentell

56) Welche UAW treten bei Cannabinoiden auf?

Unerwünschte Wirkungen von Cannabinoiden:

  • Kognitive Einschränkungen: Gedächtnis, Aufmerksamkeit
  • Psychotische Symptome, Angst, Paranoia
  • Tachykardie, Hypotonie
  • Mundtrockenheit, Schläfrigkeit
  • Appetitlosigkeit, erhöhte Infektanfälligkeit
57) Welche zahnmedizinisch relevanten Nebenwirkungen haben Psychopharmaka?

Zahnmedizinisch relevante Nebenwirkungen von Psychopharmaka:

  • Xerostomie/Hyposalivation Karies, Parodontitis, Pilzinfektionen
  • Schleimhautirritationen, Gingivitis
  • Bruxismus (Zähneknirschen)
  • Geschmacksstörungen
  • Erhöhte Blutungsneigung (SSRI, SNRI)
58) Welche Psychopharmaka führen zu Mundtrockenheit?

Psychopharmaka, die zu Mundtrockenheit führen:

  • Trizyklische AD
  • SSRI
  • Neuroleptika
  • Benzodiazepine
  • Anticholinergika

Folge: veränderte Speichelsekretion Karies- und Parodontitisrisiko ↑

59) Wie beeinflussen Psychopharmaka die Speichelsekretion?

Beeinflussung der Speichelsekretion durch Psychopharmaka:

  • Anticholinerge Wirkstoffe Xerostomie
  • Clozapin Hypersalivation

Folgen: Schleimhautreizungen, Infektionen, Geschmacksstörungen

60) Welche ZNS-bezogenen Nebenwirkungen treten häufig auf?

ZNS-bezogene Nebenwirkungen:

  • Sedierung, Müdigkeit
  • Kognitive Einbußen, Konzentrationsmangel
  • Koordinationsstörungen, Reaktionsverlangsamung

Besonders relevant bei: Autofahrten oder Behandlungssituationen

61) Welche Bedeutung hat das dopaminerge System für Psychosen?

Bedeutung des dopaminergen Systems für Psychosen:

  • Überaktive mesolimbische Bahn Positivsymptome
  • Unteraktive mesokortikale Bahn Negativsymptome

Ziel: selektive Modulation durch D₂-Blockade ohne EPS

62) Welche Hauptunterschiede bestehen zwischen SSRI und TZA?

Hauptunterschiede zwischen SSRI und TZA:

SSRI:

  • Selektiv
  • Weniger Nebenwirkungen
  • UAW v. a. GIT & sexuelle Dysfunktion

TZA:

  • Unspezifisch
  • Mehr vegetative & kardiotoxische UAW
63) Warum tritt die Wirkung von Antidepressiva verzögert ein?

Warum tritt die Wirkung von Antidepressiva verzögert ein?

  • Initial: nur Neurotransmitteranstieg
  • Antidepressive Wirkung: erst nach Rezeptor- und Signaladaptation

Adaptationsmechanismen:

  • Desensibilisierung
  • Neuroplastizität
64) Wie wird das „Cheese-Effect"-Phänomen erklärt?

„Cheese-Effect"-Phänomen:

Mechanismus:

  • MAO-Hemmer verhindern Tyraminabbau
  • Tyramin aus Käse, Rotwein
  • NA-Freisetzung
  • hypertensive Krise
65) Welche Pharmaka gelten als Phasenprophylaktika der ersten Wahl?

Phasenprophylaktika der ersten Wahl:

  • Lithiumsalze
  • Valproinsäure
  • Carbamazepin

Alternativ: Lamotrigin bei depressiv-dominanten Phasen

66) Welche Wirkungen zeigt Lithium?

Wirkungen von Lithium:

  • Reduziert Rückfallhäufigkeit bei bipolarer Störung
  • Hemmt IP₃-Signalweg
  • Moduliert Na⁺-/K⁺-Gleichgewicht und Neurotransmission
67) Welche Nebenwirkungen hat Lithium?

Nebenwirkungen von Lithium:

  • Tremor
  • Polyurie/Polydipsie (Diabetes insipidus)
  • Hypothyreose
  • Gewicht ↑, Nausea, Erbrechen
  • Toxizität bei Überdosierung (schmale therapeutische Breite!)
68) Welche Medikamente erhöhen das Lithiumintoxikationsrisiko?

Medikamente, die das Lithiumintoxikationsrisiko erhöhen:

  • Diuretika, ACE-Hemmer, NSAR
  • Lithium-Clearance ↓
  • Plasmaspiegel ↑
  • Toxizität
69) Wie wirken Antikonvulsiva in der Manieprophylaxe?

Wirkung von Antikonvulsiva in der Manieprophylaxe:

Mechanismus: Dämpfen neuronale Hyperexzitabilität über:

  • Na⁺-/Ca²⁺-Kanalhemmung
  • GABA↑
  • Glutamat↓

Stimmung stabilisiert

70) Welche Bedeutung haben Psychopharmaka in der Zahnmedizin?

Bedeutung von Psychopharmaka in der Zahnmedizin:

Relevante Nebenwirkungen:

  • Xerostomie
  • Blutungsneigung
  • Motorische Störungen

Zahnärztlich zu berücksichtigen:

  • Anpassung Lokalanästhesie
  • Blutungsmanagement
  • Aufklärung