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Übungsfragen: Mammapathologie

Klicke auf „Antwort zeigen", um die Lösung anzuzeigen. Inhalte beruhen auf der Vorlesung „Mammapathologie" (Dr. med. Sebastian Mühl, GDI für Pathologie, UKM). Tastatur: ↑↓ zum Navigieren, Enter zum Öffnen/Schließen, A = alle öffnen, S = alle schließen. Selbstbewertung: Alt = Falsch, Cmd = Richtig.

1) Wer hielt die Vorlesung zum Thema Mammapathologie und an welchem Institut?

Die Vorlesung wurde von Dr. med. Sebastian Mühl vom GDI für Pathologie am UKM (Universitätsklinikum Münster) gehalten.

2) Wie stellten sich die geschätzte Inzidenz und die Todesfälle nach Krebsart und Geschlecht im Jahr 2003 dar?

Inzidenz (Männer):

  • Prostata 33 %, Lunge 14 %, Kolon/Rektum 11 %, Harnblase 6 %, Melanom 4 %, Non-Hodgkin-Lymphom 4 %, Niere 3 %, Leukämie 3 %, Oropharynx 3 %, Bauchspeicheldrüse 2 %, Sonstige 17 %

Inzidenz (Frauen):

  • Brust (Mamma) 32 %, Lunge 12 %, Kolon/Rektum 11 %, Uterus 6 %, Eierstock 5 %, Non-Hodgkin-Lymphom 4 %, Melanom 3 %, Schilddrüse 3 %, Bauchspeicheldrüse 2 %, Harnblase 2 %, Sonstige 20 %

Todesfälle (Männer):

  • Lunge 31 %, Prostata 10 %, Kolon/Rektum 10 %, Bauchspeicheldrüse 5 %, Leukämie 4 %, Non-Hodgkin-Lymphom 4 %, Speiseröhre 4 %, Leber 3 %, Harnblase 3 %, Niere 3 %, Sonstige 23 %

Todesfälle (Frauen):

  • Lunge 25 %, Brust (Mamma) 15 %, Kolon/Rektum 10 %, Bauchspeicheldrüse 6 %, Eierstock 5 %, Leukämie 4 %, Non-Hodgkin-Lymphom 4 %, Gebärmutter 3 %, Hirn 2 %, Multiples Myelom 2 %, Sonstige 22 %
3) Sind die meisten klinisch auffälligen Befunde der Brust bösartig?

Nein, die meisten klinisch auffälligen Befunde sind gutartig (benigne).

Dies gilt für:

  • Schmerzen (Pain)
  • Tastbare Massen (Palpable mass)
  • Brustwarzenausfluss oder Hautveränderungen (Nipple discharge/skin changes)
  • Knotige Veränderungen oder andere Symptome (Lumpiness/other symptoms)
4) Was sind die Merkmale einer einfachen duktalen Hyperplasie (UDH) mit der Klassifikation B2?

Bei einer UDH ist der Duktus (Milchgang) von einem heterogen hyperplastischen Epithel gefüllt. Häufig tritt dabei Mikrokalk auf.

5) Wodurch ist die sklerosierende Adenose charakterisiert?

Sie ist gekennzeichnet durch eine lobulozentrische Sklerose und atrophische Azini. Sie ist häufig mit abbildungsrelevantem Kalk assoziiert.

6) Inwiefern hängen das Patientenalter und die Art der Läsion mit der Wahrscheinlichkeit eines malignen Befundes zusammen?

Die Wahrscheinlichkeit maligner Befunde steigt mit dem Alter (>50 Jahre am höchsten).

  • Tastbare Masse (Palpable Mass): Unter 40 Jahren meist Fibroadenome (23 %) oder Zysten (22 %), über 50 Jahren in 33 % Karzinome
  • Mammographische Läsionen: Bei über 50-Jährigen in 23 % Karzinome
  • Brustwarzenausfluss (Nipple Discharge): In 50 % Papillome; Karzinome machen hier bei Patienten über 50 Jahren 10 % aus
7) Wie stellt sich ein Fibroadenom in der Bildgebung und Makroskopie dar?

Ein Fibroadenom zeigt sich in der Mammographie als umschriebene Herdbildung und in der Makroskopie als solider, gut abgrenzbarer Tumor.

8) Welche Läsionen sind am häufigsten für relevanten Kalk (B2) verantwortlich?

Die sklerosierende Adenose und die Atrophie sind die häufigsten Läsionen, die mit relevantem Kalk einhergehen.

9) Welche Klassifikation hat ein Papillom und was ist die wichtigste Differentialdiagnose?

Ein Papillom wird als B3 klassifiziert. Die wichtigste Differentialdiagnose (DD) ist das papilläre DCIS G1.

10) Was ist eine radiäre Narbe und womit ist sie assoziiert?

Eine radiäre Narbe ist eine komplexe sklerosierte Läsion (Klassifikation B3). Sie ist mit tubulären Karzinomen assoziiert und gilt als fakultative Präkanzerose.

11) Welche fünf Schritte gehören zu den Untersuchungsmethoden in der Mammapathologie?

Die Methoden umfassen:

  1. Anamnese
  2. Körperliche Untersuchung
  3. Bildgebung (Ultraschall, Mammographie)
  4. Nadelbiopsie (14 G oder 11 G vakuum-assistiert)
  5. Exzisionsbiopsie
12) Auf welche Merkmale wird bei einer Mammographie besonders geachtet?

Es wird auf Herdbildungen, Architekturstörungen und Verkalkungen geachtet.

13) Wie häufig sind die verschiedenen histologischen Typen des Mammakarzinoms (in situ und invasiv)?

In situ:

  • DCIS (80 %)
  • LCIS (20 %)

Invasiv:

  • Duktal/NST (70 %)
  • Lobulär (15-20 %, häufiger multifokal/bilateral und familiär belastet)
  • Tubulär (< 10 %)
  • Muzinös (< 5 %)
  • Medullär (< 5 %)
  • Papillär (< 2 %)
  • Metaplastisch (< 1 %)
14) Welchen Anteil macht das DCIS an den In-situ-Karzinomen aus?

Das duktale Carcinoma in situ (DCIS) macht 80 % der In-situ-Karzinome aus.

15) Was unterscheidet das DCIS von einer einfachen Hyperplasie?

Im Gegensatz zur einfachen Hyperplasie sind beim DCIS (besonders beim Comedo-Typ) die Epithelien monomorph und atypisch; zudem ist es häufig mit Mikrokalk assoziiert.

16) In welche Grade wird das DCIS unterteilt und welche Klassifikation hat es?

Das DCIS wird in low, intermediate und high nuclear grade unterteilt und als B5a klassifiziert.

17) Was sind die klinischen und histologischen Merkmale des Morbus Paget der Brustwarze?

Klinisch: Ein erythematöses, schuppendes Ekzem an der Brustwarze.

Histologisch: In der Epidermis finden sich Cluster von duktalen Karzinomzellen, die größer sind und ein helleres Zytoplasma als die umgebenden Keratinozyten haben.

18) Welche histologischen Bilder zeigen invasive duktale Karzinome?

Die Folie zeigt Vergleiche zwischen G1- und G3-Graduierung sowie den Unterschied zwischen muzinösen und tubulären Karzinomen.

19) Welche invasiven Karzinomtypen haben eine bessere, gleiche oder schlechtere Prognose als das NST-Karzinom?

Bessere Prognose (+): Tubulär, Muzinös, Papillär, Sekretorisch, Adenoid-zystisch

Gleiche Prognose (±): Lobulär, Invasiv-mikropapillär

Schlechtere Prognose (-): Klarzellig (Glykogen-/Lipidreich)

Unklare Prognose (*): Medullär, Metaplastisch, Apokrin, Azinuszell-Karzinom

20) Was sind die histologischen Merkmale des LCIS?

Die Lumina der terminalen duktulo-lobulären Einheiten sind durch Tumorzellen erweitert. Diese Zellen haben runde Kerne, kleine Nukleolen und weniger Zytoplasma als beim duktalen Typ.

21) Wie hoch ist der Anteil des LCIS an den In-situ-Karzinomen und wie sieht ein invasives lobuläres Karzinom aus?

Das LCIS macht etwa 20 % der In-situ-Karzinome aus. Die Folie zeigt zudem die Histologie eines invasiven lobulären Karzinoms.

22) Welche Faktoren erhöhen das Risiko für ein Mammakarzinom?

Zu den Risikofaktoren gehören:

  • Alter
  • Frühe Menarche (<11. Lebensjahr)
  • Späte Erstgeburt
  • Familiäre Belastung (BRCA1/2)
  • Vorläuferläsionen in Biopsien
  • Ethnie (Europäer > Afrikaner)
  • Postmenopausale Östrogene
  • Bestrahlung
  • Adipositas
  • Bewegungsmangel
  • Geographie (USA/Europa)
  • Zigarettenrauchen
23) Wie hoch ist das Überleben in Abhängigkeit vom Lymphknotenstatus und der Histologie?

10-Jahres-Überleben:

  • pN0: 70-80 %
  • pN1: 35-40 %
  • pN2: 10-15 %

5-Jahres-Überleben:

  • DCIS/LCIS: 92 %
  • pM1: 13 %

Günstige Histologien (tubulär, muzinös, medullär) haben ein 30-Jahres-Überleben von 60 % gegenüber 20 % beim NST.

24) Welche Parameter sind für die Prognose des invasiven Mammakarzinoms am wichtigsten?
  • Tumorgröße
  • Histologischer Typ
  • Grading
  • Hormonrezeptoren
  • Lymphangiosis carcinomatosa
  • Lymphknotenmetastasen
25) Wie beeinflussen die Tumorgröße und das Grading die Überlebensrate?

Größere Tumoren und ein höheres Grading korrelieren mit einer schlechteren Prognose (gezeigt in Überlebenskurven).

26) Nach welchen drei Kriterien wird der Nottingham-Score berechnet?
  1. Drüsenbildung: 1 (>75 %), 2 (10-75 %), 3 (<10 %)
  2. Kernpleomorphie: 1 (klein, gleichmäßig), 2 (vergrößert, mäßige Schwankung), 3 (groß, starke Schwankung)
  3. Mitoserate: Auszählung in 10 Gesichtsfeldern der Peripherie

Die Summe ergibt das Grading: G1 (3-5 Punkte), G2 (6-7 Punkte), G3 (8-9 Punkte).

27) Welche Rolle spielt Ki-67 (MIB-1) in der Diagnostik und was sind die Probleme bei der Anwendung?

Ki-67 ist ein wichtiger zusätzlicher Parameter zur Prognoseabschätzung ergänzend zum Grading.

Probleme:

  • Abhängigkeit von der Fixierung
  • Lokale Schwankungen im Tumor
  • Schlechte Reproduzierbarkeit von Schätzwerten
  • Unterschiedliche Grenzwerte

Es korreliert stark mit dem Grading.

28) Wie wird der HER2-Status bestimmt und welche Kategorien gibt es?

Die Bestimmung erfolgt via Immunhistochemie (IHC) und FISH:

  • 0: Negativ
  • 1+: HER2-low-Gruppe
  • 2+: Grenzfall, zusätzliche FISH-Analyse notwendig
  • 3+: Positiv

FISH weist eine Genamplifikation (Verhältnis HER2-Gen zu CEP17) nach. Zudem wird die Prognose über Östrogenrezeptoren bestimmt.