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Übungsfragen: Benigne und maligne Tumoren im Kopf-Halsbereich

Klicke auf „Antwort zeigen", um die Lösung anzuzeigen. Inhalte beruhen auf der Vorlesung „Allgemeine und Spezielle Pathologie für Zahnmediziner" (Prof. Dr. med. Eva Wardelmann, Gerhard-Domagk-Institut für Pathologie). Tastatur: ↑↓ zum Navigieren, Enter zum Öffnen/Schließen, A = alle öffnen, S = alle schließen. Selbstbewertung: Alt = Falsch, Cmd = Richtig.

1) Welches Thema behandelt die Vorlesung im WS 2024/2025 und wer sind die beteiligten Dozenten?

Das Thema der Vorlesung ist die "Allgemeine und Spezielle Pathologie für Zahnmediziner", konkret "Benigne und maligne Tumoren im Kopf-Halsbereich".

Die Vorlesung wird von Prof. Dr. med. Eva Wardelmann (Gerhard-Domagk-Institut für Pathologie) gehalten, mit Unterstützung von Prof. Dr. med. Klaus-Michael Müller, Prof. Dr. med. Cornelius Kuhnen und Prof. Dr. med. Gabriele Köhler.

2) Auf welchen aktuellen Klassifikationssystemen basieren die Inhalte der Vorlesung?

Die Vorlesung basiert auf der WHO-Klassifikation für Kopf-Hals-Tumoren von 2024 (5. Auflage, Teil A und B) sowie der TNM-Klassifikation maligner Tumoren von 2017 (8. Auflage).

3) In welche Kapitel unterteilt die aktuelle WHO-Klassifikation (5. Auflage 2024) die Tumoren im Kopf-Hals-Bereich?

Die Klassifikation umfasst 16 Kapitel:

  1. Vorworte und Einführungen
  2. Nasen-, Nebenhöhlen- und Schädelbasistumoren
  3. Nasopharynxtumoren
  4. Hypopharynx-, Larynx-, Tracheal- und Parapharynxtumoren
  5. Speicheldrüsentumoren
  6. Tumoren der Mundhöhle und der beweglichen Zunge
  7. Oropharynxtumoren
  8. Odontogene und maxillofaziale Knochentumoren
  9. Ohrtumoren
  10. Weichteiltumoren
  11. Hämatolymphoide Proliferationen und Neoplasien
  12. Melanozytäre Tumoren
  13. Tumoren und tumorähnliche Läsionen des Halses und der Lymphknoten
  14. Keimzelltumoren
  15. Metastasen
  16. Neuroendokrine Neoplasien und Paragangliome sowie genetische Tumorsyndrome des Kopf-Hals-Bereichs
4) Welche epidemiologischen Daten (Mortalitätsraten) liegen für Larynx- und Hypopharynxkarzinome laut GLOBOCAN 2020 vor?

Die geschätzten altersstandardisierten Mortalitätsraten (ASR World) pro 100.000 Einwohner im Jahr 2020 variieren weltweit.

Die Skala reicht von <0,57 bis zu 21,9 (höchste Rate).

5) Welche endogenen und exogenen Faktoren spielen eine Rolle bei der Entstehung von Kopf-Hals-Tumoren?

Endogene Faktoren:

  • Genetische Disposition
  • Hormonelle Einflüsse
  • Diätetische Einflüsse

Exogene Faktoren:

  • Tabakrauch
  • Alkohol
  • Schlechte Mundhygiene
  • Berufliche Belastungen durch Zement, Staub, Steinkohle, Hütten- und Gießereiarbeiten
6) Wie werden benigne Tumoren der Mundhöhle eingeteilt und welche Beispiele gibt es?

Sie werden in epitheliale und nicht-epitheliale Tumoren unterteilt.

Epithelial:

  • Plattenepithel-Papillom

Nicht-epithelial:

  • Hämangiom
  • Lymphangiom
  • Granularzelltumor
  • Fibrom
  • Lipom
  • Schwannom
  • Neurofibrom
  • (Traumatisches Neurom)
  • Naevi
7) Welche klinischen und histologischen Beispiele für gutartige Veränderungen werden gezeigt?

Gezeigt werden:

  • Die Irritationsfibrose ("Reizfibrom")
  • Die entzündliche papilläre Hyperplasie
  • Das Plattenepithelpapillom

in klinischen und histologischen Aufnahmen.

8) Welche wichtigen Erkenntnisse gibt es zu polypoiden Knötchen, weißen Läsionen und der Häufigkeit von Tumoren in der Mundhöhle?

Polypoide Knötchen der Mundhöhle und Gingiva sind häufig meist reaktive Veränderungen.

Weiße, fleckige Läsionen (Leukoplakien) können Präkanzerosen (Leukoplakie mit Dysplasie) darstellen.

Die häufigsten Tumoren der Mundhöhle sind Plattenepithelkarzinome.

9) Welche Formen der Leukoplakie werden unterschieden und was sind Ursachen der Leukokeratose?

Es wird unterschieden zwischen:

  • Der einfachen Leukoplakie (Akanthose, Hyperkeratose, Parakeratose)
  • Der verrukösen Leukoplakie
  • Der Leukoplakie mit Dysplasie
  • Der Leukokeratose

Die Leukokeratose wird oft durch Tabakrauchen und -kauen verursacht.

10) Wie lautet die klinische Definition einer Leukoplakie?

Es handelt sich um einen weißen, nicht wegwischbaren Herd ("white patch or plaque"), der klinisch keiner anderen Krankheit zugeordnet werden kann.

Pathologisch liegen eine Hyperplasie und eine Keratinisierungsstörung vor.

11) Was ist eine wichtige Differentialdiagnose zur Leukoplakie in der Mundhöhle?

Eine wichtige Differentialdiagnose ist Candida (Soor).

12) Welche Rolle spielt HPV beim Schleimhautpapillom und wie unterscheidet sich die Prognose bei Erwachsenen und Kindern?

Schleimhautpapillome werden meist durch HPV 6 und 11 (selten 16, 18, 31, 35) ausgelöst.

Eine Sonderform ist die respiratorische Papillomatose.

Bei Erwachsenen: Treten in 10% Dysplasien auf, mit einem Übergang ins Karzinom in bis zu 50% der Fälle.

Bei Kindern/Jugendlichen: Treten keine Dysplasien auf, ein Karzinom entwickelt sich nur in 5% der Fälle.

13) Welche histologischen Stufen der malignen Transformation werden unterschieden?

Unterschieden werden:

  • Die Low-grade keratinisierende Dysplasie
  • Die High-grade keratinisierende Dysplasie
  • Schließlich das invasive Plattenepithelkarzinom
14) Welche Arten von malignen Tumoren treten in der Mundhöhle auf?

Epithelial:

  • Plattenepithelkarzinom

Nicht-epithelial:

  • Kaposi-Sarkom
  • Malignes Melanom

Zudem können Metastasen auftreten.

15) Was sind die Merkmale des Kaposi-Sarkoms?

Es ist ein mesenchymaler Tumor der Endothelzellen, der häufig AIDS-assoziiert ist.

Die Ätiologie ist das Herpesvirus 8 (HHV 8).

Histologisch zeigen sich uniforme Spindelzellen, die schmale Spalträume bilden, sowie Mitosen.

16) Welche pathologischen Befunde können im Kehlkopf (Larynx) und Hypopharynx auftreten?

Neben dem Normalbefund gibt es:

  • Stimmlippenpolypen
  • Leukoplakien
  • Frühe Plattenepithelkarzinome
  • Transglottische Kehlkopfkarzinome
  • Karzinome im Sinus piriformis
  • Hypopharynx-Karzinome
17) Wie erfolgt das Staging bei Malignomen und was sind typische klinische Symptome von Pharynx- und Larynx-Tumoren?

Staging umfasst:

  • Den Lokalbefund
  • Den Regionalbefund (z. B. Halslymphknotenmetastasen)
  • Den systemischen Befund (Ultraschall, CT, PET, MRT)

Symptome: Heiserkeit, Luftnot, Schluckstörung, Foetor, Blutung und Kieferklemme.

18) Was charakterisiert HPV-assoziierte Tumoren des Oropharynx?

Hauptrisikofaktoren: Rauchen und Alkohol (besonders in Kombination).

Die HPV-Positivität (meist Typ 16) ist mit einer besseren Prognose assoziiert.

Sie entstehen oft in den tonsillären Regionen.

P16-Expression dient als Indikator für die HPV-Infektion.

Histologische Varianten umfassen u. a. nicht-verhornende, verhornende, papilläre und basaloid-squamöse Karzinome.

19) Wie unterscheiden sich HPV-unabhängige Oropharynxtumoren ätiologisch?

Die Hauptrisikofaktoren sind ebenfalls Rauchen und Alkohol.

Es gibt verschiedene ICD-O-Kodierungen für Varianten wie das verruköse, basaloid-squamöse oder spindelzellige Plattenepithelkarzinom.

20) Wie werden die T-Stadien beim Oropharynxkarzinom (p16-negativ vs. p16-positiv) unterschieden?

Bei beiden gilt:

  • T1: ≤ 2 cm
  • T2: > 2 bis 4 cm
  • T3: > 4 cm oder Ausbreitung auf die Epiglottis

Bei p16-negativen Tumoren: T4 wird in T4a (Invasion von Larynx, tiefen Zungenmuskeln, Unterkiefer etc.) und T4b (Invasion von Schädelbasis, Halsschlagader etc.) unterteilt.

Bei p16-positiven Tumoren: Diese Invasionen werden unter einem gemeinsamen T4-Stadium zusammengefasst.

21) Wie erfolgt die Einteilung der regionären Lymphknotenmetastasen (N-Stadium)?

p16-negativ/Hypopharynx:

  • N1: einzelner ipsilateraler LK ≤ 3 cm
  • N2a: ipsilateral > 3 bis 6 cm
  • N2b: multiple ipsilateral ≤ 6 cm
  • N2c: bilateral/kontralateral ≤ 6 cm
  • N3a: > 6 cm
  • N3b: mit extranodaler Extension

p16-positiv (klinisch):

  • N1: unilateral ≤ 6 cm
  • N2: kontralateral/bilateral ≤ 6 cm
  • N3: > 6 cm

p16-positiv (pathologisch):

  • pN1: 1-4 Lymphknoten
  • pN2: 5 oder mehr Lymphknoten