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Übungsfragen: Pathologie der männlichen Genitale (Prostata und Hoden)

Klicke auf „Antwort zeigen", um die Lösung anzuzeigen. Inhalte beruhen auf der Vorlesung „Pathologie der männlichen Genitale" (PD Dr. med. Mahmoud Abbas, FIAC, Gerhard-Domagk-Institut für Pathologie, UKM). Tastatur: ↑↓ zum Navigieren, Enter zum Öffnen/Schließen, A = alle öffnen, S = alle schließen. Selbstbewertung: Alt = Falsch, Cmd = Richtig.

1) Wer hält die Vorlesung über die männlichen Genitale (Prostata und Hoden) am Universitätsklinikum Münster?

Die Vorlesung wird von PD Dr. med. Mahmoud Abbas (FIAC) vom Gerhard-Domagk-Institut für Pathologie des UKM gehalten.

2) Welche drei Hauptthemenbereiche umfasst die Pathologie der Prostata laut Übersicht?

Die Pathologie der Prostata gliedert sich in:

  • Entzündungen
  • Hyperplasie
  • Tumoren
3) Wie werden Entzündungen der Prostata (Prostatitis) klassifiziert?

Es wird unterschieden zwischen:

  1. Akuter bakterieller Prostatitis
  2. Chronischer bakterieller Prostatitis
  3. Chronischer abakterieller Prostatitis
4) Wie wird die Diagnose einer Prostatitis gestellt und welche Besonderheit gilt für die granulomatöse Form?

Die Diagnose wird normalerweise klinisch und im Serum gestellt, nicht durch Stanzbiopsien.

Eine Ausnahme bildet die granulomatöse Prostatitis: Da sie eine Verhärtung des Parenchyms verursacht, die mit einem Prostatakarzinom verwechselt werden kann, wird sie anhand von Prostatabiopsien diagnostiziert.

5) Was sind Symptome, Komplikationen und Kontraindikationen der akuten Prostatitis?

Symptome:

  • Fieber
  • Beckenschmerzen
  • Dysurie

Komplikationen:

  • Sepsis
  • Harnröhrenstenose

Kontraindikation: Die digital-rektale Untersuchung, um eine Bakteriämie zu vermeiden.

6) Welche Ursachen und Formen gibt es bei der chronischen granulomatösen Prostatitis?

Ursachen:

  • BCG-Therapie (bei urothelialem CIS)
  • Malakoplakie
  • Systemische granulomatöse Erkrankungen
  • Pilzverursachte Formen (bei immunsupprimierten Patienten)

Die nicht-spezifische granulomatöse Prostatitis ist häufig und kann als Fremdkörperreaktion auftreten.

7) Was zeichnet die chronische abakterielle Prostatitis hinsichtlich Symptomatik, Diagnose, Ursache und Therapie aus?

Symptome: Ähneln der bakteriellen Form, jedoch ohne rezidivierende Harnwegsinfekte.

Diagnose: Eine Ausschlussdiagnose (Sekret mit >10 Leukozyten/HPF bei negativer Kultur).

Ursache: Unklar (eventuell Autoimmunreaktion, neurogen oder myofasziales Schmerzsyndrom).

Therapie: Antibiotika sind in der Regel wirkungslos.

8) Was sind Ursache, Pathogenese, Symptome und Komplikationen der benignen Prostatahyperplasie (BPH)?

Ursache: Die BPH entsteht durch Stroma- und Drüsenproliferation bei Männern über 50 Jahren.

Pathogenese: Ein exzessives androgenabhängiges Wachstum (nach Kastration entsteht keine BPH).

Symptome:

  • Harnröhreneinengung
  • Dysurie

Komplikationen:

  • Harnwegsinfekte
  • Blasensteine
  • Makrohämaturie
  • Hydroureter/Hydronephrose
  • Nierenversagen
9) Was ist das wichtigste Merkmal der BPH in Bezug auf Malignität?

Die BPH ist eine benigne (gutartige) prostatische Hyperplasie und stellt keine präkanzeröse Läsion dar.

10) Welche chirurgische Maßnahme wird bei der knotigen Prostatahyperplasie oft angewandt?

Es erfolgt eine Enukleation (Ausschälung), was zu einer Erweiterung der Harnröhre führt.

11) Was sind die histologischen Merkmale der BPH?

Histologisch zeigen sich:

  • Stromaknoten
  • Drüsenelixation
  • Charakteristisch ist das Fehlen von Blutgefäßen in bestimmten Bereichen
12) Welche medikamentösen und chirurgischen Therapieoptionen gibt es bei der BPH?

Medikamentös:

  • α-Blocker (Relaxation der Blasenhalsmuskulatur)
  • 5-α-Reduktasehemmer (Verkleinerung der Prostata)
  • Antiandrogene (NW: Impotenz)

Chirurgisch: TUR-P, TUIP oder Enukleation.

Alternativ: Thermische Verfahren (Hyperthermie, Laservaporation wie ThuLEP, Embolisation).

13) Was ist zur Epidemiologie und Ätiologie des Prostatakarzinoms bekannt?

Epidemiologie: Es ist mit 22,7% die häufigste Krebserkrankung bei Männern in Deutschland (mittleres Alter 71 J.).

Ätiologie: Unklar, Theorien umfassen:

  • Androgenabhängiges Wachstum
  • Heredität (BRCA1/2, C-Myc, MLH1/MSH-2)
  • Lebensweise (Ernährung, Testosteron, Ejakulationsfrequenz)
  • Umweltfaktoren

Nur die Genetik ist bisher bestätigt.

14) Wie stellt sich die Morphologie des Prostatakarzinoms makroskopisch und mikroskopisch dar?

Makroskopisch: Gelbes/weißliches, derbes Gewebe peripher.

Mikroskopisch: 97% Adenokarzinome (azinär, muzinös, ductal, adenoid-zystisch).

Kennzeichnend sind die Proliferation des Drüsenepithels und das Fehlen der Basalmembran sowie der Basalzellen.

15) Welche histologischen Typen des Prostatatumors werden unterschieden?

Unterschieden werden:

  • Das Adenokarzinom
  • Urothelkarzinom
  • Plattenepithelkarzinom (aus Plattenepithelmetaplasie)
  • Das undifferenzierte Karzinom
16) Was bedeuten die Begriffe "inzident", "okkult" und "latent" im Zusammenhang mit dem Prostatakarzinom?

Inzident: Zufallsbefund bei einer TUR.

Okkult: Erstmanifestation durch Metastasen.

Latent: Zu Lebzeiten unbekannt, Entdeckung erst bei der Obduktion.

17) Was ist die PIN-HG und wie wird bei ihrem Nachweis verfahren?

Die High-grade prostatische intraepitheliale Neoplasie (PIN-HG) gilt als obligate Präkanzerose.

Bei Nachweis muss die Stanzbiopsie wiederholt werden, bis das Karzinom gefunden wird.

18) Wie wird die PIN histologisch diagnostiziert?

Charakteristisch für die PIN sind:

  • Große Nukleolen
  • Helle Kerne
  • Bei jedoch noch intakten Basalzellen
19) Was ist der Tumormarker PSA und was ist bei der Interpretation zu beachten?

PSA (Prostata-spezifisches Antigen) wird in normalem Gewebe produziert, ist aber bei Karzinomen erhöht und im Serum nachweisbar.

Cave: Auch Entzündungen können den PSA-Wert erhöhen; nicht jede Erhöhung bedeutet Krebs.

20) Wie verhält sich PSA im Normalgewebe?

PSA ist im normalen Prostatagewebe vorhanden und lässt sich dort nachweisen.

21) Wie stellt sich PSA im Tumorgewebe dar?

Im Tumor ist PSA positiv und dient als Marker für die Karzinomzellen.

22) Wie sieht die pT-Klassifikation (pTNM) des Prostatakarzinoms aus?

pT1: Inzidentell (TUR)

pT2: Organbegrenzt (a: halber Lappen, c: beidseits)

pT3: Fortgeschritten (a: extrakapsulär, b: Samenblasen)

pT4: Infiltration von Nachbarorganen (z. B. Rektum)

23) Was zeigt die Histologie bei einem pT3-Tumor oder bei Metastasen?

Man sieht:

  • Karzinomzellen in Nachbarschaft zu Fettzellen (extrakapsulär)
  • PSA-positive Tumorzellen in Lymphknoten (LK)
24) Wie funktioniert das Grading des Prostatakarzinoms nach Gleason?

Der Gleason-Score bewertet das Wachstumsmuster.

Er wird aus dem größten und zweitgrößten Anteil (Prostatektomie) bzw. dem größten und schlimmsten Anteil (Stanzbiopsie) gebildet (z. B. 3+4=7).

Das aktuelle Grading folgt der WHO 2016.

25) Was charakterisiert die Gleason-Grade 3 bis 5?

Gleason 3: Einzelne Drüsen, Stroma/Muskulatur sichtbar.

Gleason 4: Fusionierte/geklumpte Drüsen, kribriförmige Muster.

Gleason 5: Solide Komponenten, keine Lumina mehr sichtbar, Nekrosen, vereinzelte neoplastische Zellen.

26) Welche Themenbereiche werden bei Hoden und Nebenhoden behandelt?

Behandelt werden:

  • Anatomische Histologie
  • Kreislaufstörungen
  • Entzündungen
  • Tumore
27) Wie stellt sich die normale Spermatogenese histologisch dar?

In den Samenkanälchen ist eine aktive Spermatogenese mit verschiedenen Reifestadien sichtbar.

28) Welche Kreislaufstörungen gibt es am Hoden und was sind deren Folgen?

1. Hodentorsion: Führt durch venöse Stauung zur hämorrhagischen Infarzierung; der Parenchymverlust hängt von der Dauer ab.

2. Varikozele: Krampfaderbildung (meist links), kann zur Infertilität führen.

29) Welche Formen und Infektionswege gibt es bei der infektiösen Orchitis?

Sie kann durch Bakterien, Viren, Pilze etc. verursacht werden.

Infektionswege:

  • Hämatogen-metastatisch (fern)
  • Lymphogen/kanalikulär (aus der Nachbarschaft)

Bakterien können das Parenchym zerstören.

30) Wie werden Hodentumoren klassifiziert?

90% sind Keimzelltumoren (meist GCNIS-abhängig, selten unabhängig wie spermatozytische Tumoren).

<5% sind Keimstrang-Stroma-Tumore oder andere wie Lymphome.

31) Was ist die GCNIS und wie sieht sie histologisch aus?

Die GCNIS (Germ Cell Neoplasia In Situ; früher TIN/CIS) ist die Vorläuferläsion.

Histologisch zeigen sich große atypische, spermatogonienähnliche Zellen mit klarem Zytoplasma und hyperchromatischen Kernen innerhalb der Tubuli.

32) Welche Typen der testikulären Keimzelltumoren gibt es laut WHO?

Dazu gehören:

  • Das Seminom
  • Das embryonale Karzinom
  • Der Dottersacktumor
  • Das Teratom
  • Das Choriokarzinom
33) Was sind die klinischen und immunhistochemischen Merkmale des Seminoms?

Es macht 50% der Keimzelltumoren aus, betrifft meist Männer zwischen 30 und 50 Jahren und ist vor der Pubertät selten.

Immunhistochemie: Oct-4+, CD117+, PLAP+, CK-, CD30-.

Es muss operativ entfernt werden (im Gegensatz zum Lymphom).